Podcast-Shownotes, Titel und Kapitel mit KI schreiben
Die KI schreibt die Texte zu deiner Folge in wenigen Minuten vor. Damit sie stimmen, braucht sie ein sauberes Transkript, klare Regeln pro Plattform und deinen prüfenden Blick. So machen wir es bei «Laptop und Küchentisch».
Podcast-Shownotes mit KI zu schreiben, funktioniert gut, wenn die KI vom gegengelesenen Transkript ausgeht und nicht von deiner Erinnerung an die Folge. Sie schlägt Titel, Zusammenfassung, Take Aways und Kapitel vor. Du wählst aus, prüfst Zitate und Zeiten und gibst frei. Bei uns rechnet das rund drei Minuten, dazu kommen ein paar Minuten Lesen.
Der wichtigste Entscheid: YouTube und Spotify bekommen verschiedene Titel. Auf YouTube suchen Leute nach einem Thema, darum steht der Suchbegriff vorne. Auf Spotify stöbern Leute, die dich schon abonniert haben. Dort zählen Neugier und euer Ton. Wie das bei Folge 67 von «Laptop und Küchentisch» aussah, zeigen wir hier Schritt für Schritt.
Warum alles beim Transkript beginnt
Eine KI, die nur das Thema kennt, füllt Lücken mit Vermutungen. Eine KI, die jedes Wort der Folge vor sich hat, kann wörtlich zitieren und Kapitel an echte Stellen setzen. Darum schreiben wir Titel und Shownotes erst, wenn das Transkript gegengelesen ist. Namen, Orte und Fachwörter sind dann richtig geschrieben, bei uns etwa der Name der Community, «Tischgspänli».
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Das Transkript entsteht aus der fertig geschnittenen Folge, sonst passen die Zeiten nicht zu den Kapiteln. Und wer auf Schweizerdeutsch spricht, braucht einen Gegenlese-Schritt, weil die Spracherkennung Mundart als holpriges Hochdeutsch schreibt. Wie das geht, steht im Ratgeber Podcast transkribieren auf Schweizerdeutsch.
Ein Titel pro Plattform
Wir lassen pro Plattform drei Vorschläge schreiben und wählen je einen aus. Die Regeln dahinter sind einfach:
| Plattform | Regel | Folge 67 |
|---|---|---|
| YouTube | Suchbegriff zuerst, keine Folgennummer, höchstens 70 Zeichen | Mental Load in der Beziehung: Wer denkt zu Hause an alles? |
| Spotify | «Thema: Pointe oder Frage», höchstens 60 Zeichen | Mental Load: Wer denkt eigentlich an alles? |
| YouTube Shorts | klingt wie eine Suchanfrage, höchstens 100 Zeichen | Getrennte Schlafzimmer? Dann halt per Emoji. |
Auf YouTube schreibt niemand «Folge 67» ins Suchfeld. Darum heisst es «Mental Load in der Beziehung: …» und nicht «Folge 67: …». Auf Spotify laden wir die Folge als «#67 - Titel» hoch, die Nummer steht also trotzdem da. Ein Spotify-Vorschlag, der nicht gewonnen hat, zeigt gut, wie anders dort getextet wird: «Mental Load: Der Koffer, der zwei Wochen in der Stube stand». Ein konkreter Gegenstand aus der Folge macht neugierig.
Zusätzlich lassen wir Suchbegriffe sammeln, die Leute wirklich eintippen. Bei Folge 67 waren das unter anderem «Mental Load Beziehung», «Care-Arbeit», «unsichtbare Hausarbeit» und «Haushalt aufteilen». Daraus entstehen die Tags für YouTube.
Titel und Titelbild gehören zusammen. Der Text im Bild ist kürzer, zwei bis drei Wörter. Mehr dazu im Ratgeber YouTube-Thumbnail für Podcasts mit KI.
Wie gute Podcast-Shownotes aufgebaut sind
Unsere Shownotes haben immer dieselben fünf Teile. Die KI hält sich daran, wenn du sie ihr so vorgibst.
- Zwei Zeilen, höchstens 150 Zeichen. Das ist alles, was YouTube vor «mehr anzeigen» zeigt. Hier steht, worum es geht.
- Eine Zusammenfassung in 3 bis 5 Sätzen. Erzählend, ohne «In dieser Folge …». Bei Folge 67 beginnt sie so: «Ein Workshop-Koffer steht seit zwei Wochen herum, und nur Janine bekommt ihn nicht aus dem Kopf.»
- 8 bis 10 Take Aways. Kurze Aussagen, keine Fragen.
- 15 bis 18 Kapitel. Ab 00:00 bis zum Schluss, Titel höchstens acht Wörter, konkret. Nie «Einleitung».
- Links am Schluss. Website, Spotify, Apple Podcasts, Instagram.
Auf Spotify fallen die zwei Einstiegszeilen weg, der Rest ist gleich. So pflegst du einen Text und nicht zwei.
Kapitel mit KI: So stimmen die Zeiten
Kapitel sind der Teil, bei dem KI am häufigsten danebenliegt. Zwei Fehler sehen wir immer wieder: Die Liste hört bei Minute 20 oder 30 auf, oder ein Kapitel startet mitten im Satz. Darum gilt bei uns: Das letzte Kapitel liegt in den letzten fünf Minuten der Folge, und jedes Kapitel beginnt an einem Satzanfang.
Dazu kommt die Frage, welche Fassung gemeint ist. Unsere Spotify-Fassung hat einen Intro-Song mit Titelbild, die YouTube-Fassung geht nach dem Teaser direkt ins Gespräch. Damit verschiebt sich jede Zeit. Die Kapitel werden deshalb erst nach der Schnittfreigabe berechnet und dann für jede Fassung umgerechnet:
| Kapitel aus Folge 67 | Spotify | YouTube |
|---|---|---|
| Cozy-Outfit und Erkältung | 00:00 | 00:00 |
| Samu Haber in The Hall | 04:41 | 04:19 |
| Was ist Mental Load? | 25:04 | 24:41 |
| Janines Tipp: Hirn leeren | 49:30 | 49:07 |
| Warum wir diesen Podcast machen | 55:52 | 55:30 |
Auf YouTube beginnt bei Folge 67 jedes Kapitel ab dem zweiten rund 22 Sekunden früher. Das erste bleibt bei 00:00, denn YouTube erkennt Kapitel nur, wenn die Liste dort beginnt.
Schritt für Schritt zu Titel und Shownotes
- Transkript gegenlesen lassen. Erst wenn Namen und Begriffe stimmen, geht es weiter.
- Regeln mitgeben. Ein kurzer Satz reicht für den Anfang, etwa: «Schreib drei YouTube-Titel mit dem Suchbegriff vorne und drei Spotify-Titel im Format Thema: Pointe. Erfinde nichts.»
- Je einen Titel wählen. Umschreiben ist erlaubt. Bei uns reicht oft eine Antwort wie «YouTube 2, Spotify 1».
- Shownotes und Kapitel lesen. Stimmen die Zitate wörtlich? Reichen die Kapitel bis zum Schluss?
- Kapitel pro Fassung umrechnen. Spotify mit Intro, YouTube ohne.
- Freigeben. Erst danach gehen Texte und Folge in den Upload.
Tipp: Frag dich vor der Freigabe, ob der Titel ehrlich ist. Die Folge muss halten, was er verspricht. Ein zugespitzter Titel ist gut, ein falscher kostet Vertrauen.
Typische Fehler bei KI-Shownotes
- Erfundene Fakten. Die KI ergänzt gern Zahlen oder Namen, die nie gefallen sind. Schreib «Erfinde nichts» in jede Anfrage und lies Zahlen und Namen nach.
- Geglättete Zitate in Anführungszeichen. In Anführungszeichen steht nur, was so gesagt wurde. Nimm dafür immer das gegengelesene Transkript.
- Kapitel, die zu früh aufhören. Prüf das letzte Kapitel zuerst. Liegt es nicht in den letzten fünf Minuten, fehlt etwas.
- Kapitel mitten im Satz. Eine kurze Korrektur hilft: «Das Kapitel Altpapier beginnt zu spät, nimm den Satz davor.»
- Ein Titel für alle Plattformen. Der Spotify-Titel funktioniert auf YouTube selten, und umgekehrt.
- Floskeln. «In dieser Folge sprechen wir über …» sagt nichts. Steig mit dem Moment ein, der die Folge trägt.
- Kapitel vor dem Schnitt. Wer Kapitel aus der Rohaufnahme berechnet, hat danach falsche Zeiten.
Fazit: Die KI schreibt vor, du entscheidest
Mit einem sauberen Transkript und klaren Regeln schreibt die KI Titel, Shownotes und Kapitel schneller, als du sie selbst tippen könntest. Deine Arbeit verschiebt sich vom Schreiben zum Prüfen: einen Titel wählen, Zitate und Zeiten kontrollieren, freigeben. Was dabei herauskommt, siehst du am echten Beispiel aus Folge 67.
Alle Regeln, unsere Vorlagen für Titel, Shownotes und Captions und die Zahlen dahinter stehen im Blueprint.
Häufige Fragen
Kann ich Podcast-Shownotes komplett von der KI schreiben lassen?
Vorschreiben ja, veröffentlichen ohne Prüfung nein. Kapitel können ungenau sein und Fakten erfunden. Lies Zitate, Namen und Kapitelzeiten nach, bevor du freigibst.
Warum brauchen YouTube und Spotify verschiedene Titel?
Auf YouTube tippen Leute ein Thema ein, darum steht der Suchbegriff vorne. Auf Spotify stöbern vor allem Leute, die dich schon hören. Dort zählen Neugier und euer Ton.
Wie viele Kapitel sollte eine Podcast-Folge haben?
Bei einer Folge von rund einer Stunde setzen wir 15 bis 18 Kapitel. Sie beginnen bei 00:00 und reichen bis in die letzten fünf Minuten.